Dozentin: Anette Ochsenwadel, M.A.

Termin: Do, 07.05.2026
von 8.30 bis 12.00 Uhr
Fit-Kom, Jahnstr. 9, 74354 Besigheim

Kosten: € 16 und für Furiosa-Mitglieder € 14

Victor-Marie Vicomte Hugo (* 26. Februar 1802 in Besancon; † 22. Mai 1885 in Paris) war ein französischer Schriftsteller und Politiker.

Er verfasste Gedichte sowie Romane und Dramen und betätigte sich als literarischer, aber auch politischer Publizist. Mehrfach war er als Angehöriger der Pairskammer Abgeordneter oder Senator und damit direkt politisch aktiv. Neben Molière, Voltaire oder Balzac gilt er vielen Franzosen als ihr größter Autor. Sein Schaffen kann teils der Romantik, teils dem Realismus zugeordnet werden.

Victor Hugo war der jüngste von drei Söhnen des 1809 von Napoleon zum General beförderten und in den Grafenstand erhobenen Joseph Léopold Sigisbert Hugo (1773–1828) und dessen bretonischer Ehefrau Sophie Trébuchet (1772–1821). Die Kindheit der Brüder war sehr unruhig. Nicht nur war der Vater als hoher Militär häufig abwesend, auch die Mutter ging oft eigene Wege, nachdem sie sich offenbar früh von ihrem Mann entfremdet hatte und ein Verhältnis mit dem General Victor-Claude-Alexandre Fanneau de Lahorie eingegangen war, der 1810 als Verschwörer verhaftet und 1812 hingerichtet wurde. Hugo wuchs überwiegend in Paris auf, verbrachte aber mit seiner Familie auch längere Zeit beim Vater in Neapel (1808) und in Madrid (1811/12). Ab 1812, nachdem sich die Eltern getrennt hatten, lebten er und sein mittlerer Bruder Eugène in Paris bei der Mutter. Als 1815 auch der älteste, Abel, nach Paris kam, wurden die drei Brüder vom Vater in ein Privatinternat („Pension“) gegeben, von wo aus sie das Lycée Louis-le-Grand besuchten.

Vielleicht schon mit 10 begann Hugo zu schreiben, und früh war sein Ziel, „Chateaubriand zu werden oder nichts“. Mit 15 erhielt er bei einem Dichtwettbewerb eine „ermutigende Erwähnung“. Mit 16 begann er, wieder bei seiner Mutter lebend, gemeinsam mit Eugène ein Studium der Rechtswissenschaften. Eben siebzehnjährig (1819) gründete er zusammen mit beiden Brüdern, die ebenfalls zu schreiben versuchten, die literarische Zeitschrift Le Conservateur littéraire. Die Zeitschrift war nach dem Vorbild von Chateaubriands politischer Zeitschrift Le Conservateur konzipiert; zu dieser Zeit waren sie noch unter dem Einfluss der Mutter überzeugte Royalisten. 1819 bekam Hugo eine Auszeichnung in einem Dichtwettbewerb und knüpfte erste Beziehungen in Pariser Literatenkreisen. 1820 erhielt er eine Gratifikation für seine Ode sur la mort du duc de Berry („Ode über den Tod des Duc de Berry“, eines von einem Attentäter erstochenen Neffen von König Ludwig XVIII. und potenziellen Thronerben).

Im selben Jahr druckte Le Conservateur Hugos erstes erzählendes Werk Bug-Jargal, das während des Sklavenaufstandes spielt, durch den Haiti 1791 von der Kolonialmacht Frankreich unabhängig wurde. 1822 erschien sein erster Gedichtband Odes et poésies diverses, der ihn wiederum als Royalisten auswies und ihm eine königliche Pension von 1000 Francs jährlich eintrug, von der eine bescheidene Einzelperson leben konnte. Nach dem Tod seiner Mutter (1821) und der Wiederverheiratung seines Vaters ehelichte Hugo 1822 die neunzehnjährige Adèle Foucher, eine Freundin aus Kindertagen, mit der er seit drei Jahren heimlich verlobt war. Ein erstes Kind starb kurz nach der Geburt (1823); vier weitere Kinder folgten: 1824 Léopoldine, 1826 Charles, 1828 François-Victor, 1830 Adèle, von denen jedoch nur die Letztgeborene Hugo überlebte.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Hugo